TanzPlan Ost
16. September
17. November 2018

TanzPlan Ost nimmt sich Zeit für Na(c)hhaltigkeit
5 Kompanien besuchen 8 Orte und verbinden die Ostschweiz und das Fürstentum Liechtenstein.

Vorstellungen

Chollet/Huber/Steijn
holding it together: Act 4 – myself & the other(s)

«holding it together» ist eine Kollaborations- und Performance-Serie, an deren Ausgangspunkt der Wunsch nach einer Praxis und Ästhetik des Austausches steht. Dafür hat die Choreographin und Tänzerin Jessica Huber von 2012 bis 2015 immer wieder Künstlerinnen und Künstler eingeladen, um in unterschiedlichen Konstellationen mit ihnen an der Frage zu arbeiten, wie wir mit der Dunkelheit und dem Unbekannten und mit unserer Umgebung in Verbindung treten und stehen.

Robert Steijn und Geraldine Chollet haben beide ein Faible für Rituale und eine Faszination für das Mystische. Die Tänzerin und der Tänzer teilten während ihren Recherchebegegnungen im Rahmen des Projekts «holding it together» ihre Rituale und Treatments. Sie tauschten ihre Tiertänze – Robert hat den Deer- und den Snake-Dance entwickelt, Geraldine hat sich mitunter von der «Reine des vaches» inspirieren lassen, der Königin der Kühe beim Alp-Abzug. Daraus schaffen die beiden neue Rituale – und fragen sich, was es bedeutet, für einander da zu sein.

Dauer: 45 min

Choreografie: Geraldine Chollet, Jessica Huber, Robert Steijn
Idee: Jessica Huber
Performance: Geraldine Chollet, Robert Steijn

Botschafterinnen: Kate und Caro Baur (Region Appenzell)

Fabrice Mazliah
In Act and Thought – Six potentialities for TanzPlan Ost

Fabrice Mazliah war nach dem Tanzstudium in Genf, Athen und Lausanne, bis 1997 Teil des Nederland Dans Theatre und danach bis 2015 beim Frankfurter Ballett bzw. der ForsytheCompany. Parallel dazu produziert Fabrice Mazliah eigene Stücke und Kooperationen, undgibt Seminare, Workshops und Ateliers für Amateure und Profitänzerinnen.

«In Act and Thought – Six potentialities for TanzPlan Ost» ist die fünfte einer Serie vonStudien, basierend auf dem vertieften Rechercheprozess für das Stück «In Act and Thought»,das 2015 für die Forsythe Company entstand. Im Rahmen von TanzPlan Ost erarbeitet Fabrice Mazliah 2018 mit vier lokalen Tanzschaffenden und zwei Westschweizer TänzerInnen eine neue Auflage. Ausgangspunkt ist die Untersuchung des verkörperlichten Wissens der TänzerInnen: Wie können Ideen, die zuerst implizit ausgetauscht werden, im Stillen und nur unter den KünstlerInnen, verbalisiert werden und schliesslich zwischen den Körpern und mitdem Publikum geteilt werden? Die Teilnehmerinnen erforschen zahlreiche Strategien, kombinieren Bewegung mit Sprache, entwickeln Details in durchdachten Beschreibungen, werden poetisch. Eine Erfahrung der vollständigen Unvollständigkeit in der Hingabe an die Performance.

Dauer: 45 min

Choreografie: Fabrice Mazliah
Performance: Alexia Casciaro, Audrey Dionis, Lucia Gugerli, Mirjam Sutter, Sandra Klimek, Simea Cavelti

Botschafterin: Susanne Menzi-Frank (Region St. Gallen)

House of Pain - Physical Dance Theatre
Mother is the be(a)st

Die St. Galler Tanzkompanie House of Pain – Jasmin Hauck, David Schwindling und Cecilia Wretemark – löst Grenzen zwischen Tanz und Theater auf und erzeugt Bilder, die Leidenschaft und Radikalität physisch ausdrücken. Die Arbeiten bieten, fernab von schlichtem Konsum, Impulse für Diskussionen und Denkanstösse zu gesellschaftsrelevanten Themen.

Das Tanzstück «Mother is the be(a)st» überprüft allgemein gültige Thesen und Vorurteile zum Thema Mutter. Vielfältige Mutterbilder beschäftigen die Gesellschaft: Rabenmutter, Übermutter, Helikoptermutter. Und kaum eine andere Figur wird so leicht mit Schuld beladen, wie die eigene Mutter. Egal, wie man es als Mutter macht, man macht es falsch. Wann wird ein Mindestmass an Liebe unterschritten und wann droht man in ihrem Überfluss zu ertrinken? Die Beste und zugleich ein Biest: Diese Kluft will die Tanzkompanie hier ausloten.

Dauer: 60 min

Choreografie: Jasmin Hauck, David Schwindling, Cecilia Wretemark
Performance: Jasmin Hauck, David Schwindling, Cecilia Wretemark
Technische Leitung: David Schwindling
Lichttechnik: Robin Rasputin

Botschafterin: Darienne & Angeles Hunziker (Region Zürich)

Križaj/Wehrli/Gisler
Nature Poetry

Jasmina Križaj und Simon Wehrli arbeiten seit 2011 zusammen und erforschen, wie sich spezifische Bewegungsqualitäten über die Zeit entwickeln und auf das Publikum übertragen. Daniel Gisler und Simon Wehrli spielten von 2003 bis 2006 gemeinsam in der Winterthurer Popband My Name Is George. 2013 fanden die drei zum ersten Mal auf der Bühne zusammen.

«Nature Poetry» lädt die Gegensätze zum Tanz: Natur und Kultur. Oder: Natur und Poesie. Mit unerschöpflichem Eifer schlagen sich die ChoreografInnen Jasmina Križaj und Simon Wehrli zusammen mit dem Musiker Daniel Gisler in die Büsche und machen Naivität zu ihrer Tugend. In Zeiten des Informationskapitalismus sehnen sie sich nach mehr Ambivalenz und weniger Weltgewandtheit. Sie reimen dabei die Bewegung, singen Ohrwürmer zu betörenden Synthesizer-Klängen und rezitieren selbstverfasste Gedichte. Dabei entsteht eine Ästhetik zwischen Minimalismus und Fülle, in welcher die Trennung zwischen den Performern und ihrer Umgebung mehr und mehr unsichtbar wird.

Länge: 50 min

Choreografie und Performance: Jasmina Križaj, Simon Wehrli
Musik, Performance: Daniel Gisler
Dramaturgie: Robert Steijn
Lichtkreation & Bühnenbild: sonda 5 in Zusammenarbeit mit Križaj/Wehrli/Gisler

Koproduktion: TanzPlan Ost, Theater am Gleis Winterthur

Botschafter: Andri Perl (Region Graubünden)

Tumbleweed
The Gyre

Tumbleweed ist eine belgisch-schweizerische Kompanie, gegründet von der Schweizer Choreographin und Tänzerin Angela Rabaglio und dem französischen Choreographen, Tänzer und Musiker Micaël Florentz. 2016 begann ihre Zusammenarbeit, inspiriert hauptsächlich durch ihre gemeinsamen Reisen, die Wissenschaft und die Philosophie. Ihre Recherche geht zuerst vom Körper aus und verschmilzt schliesslich mit dem choreographischen Motiv, welches sie immer wieder zurück zum Prinzip der Schlichtheit bringt.

«The Gyre» ist ein Duett, basierend auf der simplen Tätigkeit des Gehens.

Durch Beharrlichkeit und stetiges Kreisen entsteht eine präzise und doch zerbrechliche Partitur. Sie sind getrieben von einem ununterbrochenen Energiefluss und bestreiten so das autarke Räderwerk ihrer Beziehung. Diesem Wechselspiel unterworfen, verflechten sich die Konturen ihrer Körper und laden zum zeitlosen Treiben ein.

Dauer: 20 min (Kurzversion)

Choreografie und Performance: Angela Rabaglio, Micaël Florentz
Technische Leitung: Benjamin van Thiel
Lichttechnik: Arnaud Gerniers
Musik/Komposition: Daniel Perez Hajdu

Botschafterin: Livia Enderli (Region Thurgau)